Editorial: erschienen im Newsletter Steuern und Bilanzierung von BWRMed!a am 22. Juni 2010

 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

neulich beim Spiel Deutschland gegen Australien. Ich so: „Was? Vier zu null? Wann war denn das Drei zu null??“ Mein Mann: „Gerade, als der Kommentator das mit dem Busfahrer gesagt hat ...“

Busfahrer? Darüber hatte ich so gelacht, dass ich das Tor verpasst habe ...

Gut, ich hatte mich auch gerade ein wenig damit abgelenkt, am Laptop etwas über Vuvu- und Kuduzela im Internet nachzulesen (siehe Newsletterausgabe von Montag, 21.6.) –, als der Moderator sagte, jemand sei der „Sohn eines Busfahrers“. Ich: „Was will er uns denn damit sagen?“ Sofort hatte ich die Vorstellung von einem Mann im Trikot mit einem unsichtbaren, wagenradgroßen Steuer in der Hand, der den rechten Fuß durchtritt. Und habe mich gefragt, ob das vielleicht die Torjäger-Qualitäten verbessert.

Dann fiel mir ein: Es war ja nur der Sohn des Busfahrers ... Als ich mich wieder beruhigt hatte, fiel dann schon das Vier zu null ...
Trotz Vuvuzelas wohlgemerkt ...

Vor dem Spiel hatten mein Mann und ich uns über die entertainerischen Fähigkeiten deutscher Sportreporter unterhalten. Verglichen mit süd- und osteuropäischen oder orientalischen Reportern oder auch den deutschen Kommentatoren von früher oder heute im Radio eher dröge – und oft unfreiwillig komisch. 

Die großteils kleineren Männer, die mein Mann nach der Arbeit oft in seinem Lieblingsstehcafé trifft, finden diesbezüglich auch bemerkenswert, dass ein Spruch wie „zu klein, um an den Ball zu kommen“ auch in der Nach-Maradona-Ära – der weltbeste Spieler war ja nur einen Meter sechzig klein – mit schöner Regelmäßigkeit kommt ...

Aber vielleicht gehört das mit dem Busfahrer auch nur in die Schublade Journalisten und Synonyme. Im heiteren Synonyme-Suchen sind ja schon wir Wirtschaftsjournalisten nicht schlecht („Mainmetropole“, „Branchenprimus“, „Rüsselsheimer Autoschmiede“). Und die Sportkollegen auch („Der Leimener“, „der Kerpener“, „der Torwart-Titan“). Soll einem keiner nachsagen, man ließe sich nichts einfallen ...

 

 

© Midia Nuri