Editorial: erschienen im Newsletter Steuern und Bilanzierung von BWRMed!a am 21. Juli 2009

 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

wussten Sie, dass die Mond-Mission vor 40 Jahren fast an Softwareproblemen gescheitert ist?

Die Nasa ist ja ein hochexklusiver Haufen, die besten Wissenschaftler. Aber eben nur Menschen. Die sich offenbar mit so alltäglichen Kinkerlitzchen wie elektronischen Schaltkreisen oder der Bordsteuerung nicht so intensiv befasst hatten.

„Jetzt nur noch schnell den Bordcomputer rein“, so wird man sich vielleicht damals gedacht haben.

Computer füllten zu der Zeit noch ganze Räume. Sie spuckten stapelweise Papier aus, wenn sie arbeiteten. Das taten sie mit eher steinzeitlichen elektrischen Signalen aus Kupferschlaufen und Lochspeichern. Kupferschlaufe durch Loch gleich: Eins. Kupferscheibe an Loch vorbei gleich: null.

Dauerte irrsinnig lang und war zu groß und schwer für die kleine Apollo-Raumfähre.

Hat man den Computer eben ein bisschen abgespeckt und die mutigen Astronauten mit einem besseren Taschenrechner ins All geschickt.

Nur zum Vergleich. Ihr kleiner Rechner schiebt die Daten aus Ihren sieben geöffneten Fenstern in giga- oder gar terrabytegroße Arbeitsspeichern hin und her. Der Computer von Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins wog dreißig Kilo. Die Tastatur sah aus, wie die eines zu groß geratenen Taschenrechners – immerhin mussten Männer mit fleischwurstbreiten Handschuhfingern ihn bedienen. Und die Speicher? Verhielten sich dazu wie Dinosaurierhirn zu Dinosaurier: Der Hauptspeicher fasste 74 Kilobyte, der Arbeitsspeicher: vier.
Und das merkte man auch. Kurz vor der Landung kam bei Neil Armstrong und Buzz Aldrin in der Mondlandefähre Eagle Hektik auf: Die Kommunikation mit der Erde brach immer wieder ab, weil sich eine Antenne nicht ausrichtete. Der Bordcomputer zeigte an, er sei überlastet. Armstrongs Puls: 150 Schläge pro Minute.

Gut, es hat funktioniert. Das wissen wir ja nun zur Genüge.

Eher weniger wissen wir dagegen über den unterhaltsamen Hickhack zwischen der Nasa und dem renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT). Dort baten die Nasa-Verantwortlichen offenbar kurz vor knapp um Hilfe. Man dachte wohl: Kein Problem, fragen wir mal die Jungs vom MIT.

„So können wir nicht arbeiten“, sollen die gesagt haben.

Nasa-Mann an Vorgesetzten: „Das MIT versagt."

MIT an Nasa: Man wundere sich schon, dass die Nasa für den Mondflug einen Computer braucht und keine Grundlagenforschung betreibt...

Einiges an dieser historischen Mission war eben doch sehr irdisch. Vielleicht tröstet Sie das ja auch, wenn Sie sich mal wieder fragen, ob das gerade jetzt vielleicht doch diese eine kleine Verzögerung zuviel für Ihr Projekt gewesen ist.... Gaaanz ruhig. „Et hät noch immer jotjejange“, wie der Kölner an sich gern sagt.

 

 

© Midia Nuri