Editorial: erschienen im Newsletter Steuern und Bilanzierung von BWRMed!a am 8. Juni 2010

 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

neulich habe ich da diesen Goldman-Witz gelesen und gedacht: Jede Zeit hat ihre Witze.

Wie Sie bestimmt noch wissen, ermittelt die US-Börsenaufsicht SEC gegen die Investmentbank wegen Betrugs. Goldman soll Kunden nicht über die Risiken der hochkomplexen Ramsch-Hypothekenprodukte aufgeklärt haben, die sie da unter anderem an die Pleitebank IKB verschachert haben. Milliardenschäden. Und dann erklärte Goldman-Chef Lloyd Blankfein, die Banker verrichteten nur Gottes Werk ...

Und dann war da dieser Witz: „Wie viele Goldman-Sachs-Banker braucht es, um eine Glühbirne auszuwechseln?“

Na? Die Antwort: „Zwei. Einen, der die kaputte Birne rausschraubt. Und einen, der sie unterdessen rasch einem anderen andreht.“ Ha ha. Toll! Da wollte ich doch gleich mal nachschauen, ob es vielleicht noch mehr solcher sinnigen Witze gibt. Im Trend scheinen aber nicht Goldman-Witze zu liegen, sondern Glühbirnen-Witze.

Sie glauben ja gar nicht, wie viele Glühbirnen-Witze es gibt.

Den über Microsoft kannte ich schon: Wie viele Microsoft-Mitarbeiter braucht man, um eine kaputte Glühbirne auszutauschen? Keinen. Microsoft erklärt einfach die Dunkelheit zum neuen Standard.

Es gibt noch mehr. Über alle erdenklichen Berufs- und sozialen Gruppen. Richtig gut scheinen zur Zeit auch Glühbirnen-Witze über Ärzte zu gehen. Gleich mehrere. Die Antwort mal so, mal so – wahrscheinlich je nach Fachrichtung: „Keinen. Sie soll erst einmal zwei Aspirin nehmen und zur nächsten Untersuchung wiederkommen.“ Bestimmt mit Blick auf Hausärzte, wahrscheinlich auf dem Land. Oder hier: „Nur einen, aber er braucht eine Krankenschwester, die ihm sagt, welches Ende er reinschrauben soll.“ Ich tippe auf Psychiater oder Neurologen. Irgendjemand eben, der mehr redet als Spritzen setzt. Oder diese Antwort: „Einen, um einen Birnen-Spezialisten zu finden. Einen, um einen Birnen-Wechsel-Spezialisten zu finden, und einen, um die komplette Rechnung an die Krankenkasse zu schicken.“ Fachärzte nehme ich an. Oder Amtsärzte. Oder Ärztefunktionäre. Wer weiß.

Auch über Microsoft gibt es mehrere Witz-Fassungen. Lange Antwort: „Vier. Der erste ersetzt die Birne, der zweite ändert die Fassung so, dass Netscape-Glühbirnen nicht reinpassen, der dritte baut eine Kurzschlussautomatik ein, die ausgelöst wird, wenn jemand eine Glühbirne von Sun einsetzen will. Und der vierte überzeugt das amerikanische Justizministerium, dass das alles fairer Wettbewerb ist.“. Kurze Antwort: „Keinen, sie rufen bei Intel an, weil es ein Hardwareproblem ist.“

Natürlich gibt es auch einen Glühbirnen-Witz über Journalisten. Den will ich Ihnen nicht vorenthalten ... Die Antwort: „80. Einer wechselt die Birne aus und die anderen 79 wollen zu dem Termin gern auf die Gästeliste.“

Richtig zeitgemäß schien mir aber der Witz über die Bundestagsabgeordneten zu sein. Antwort: „Wir sind nicht bereit und in der Lage, zu diesem Zeitpunkt genaue Zahlen zu nennen.“ In Gedanken ergänze ich schon: „Die europäischen Regierungschefs werden am Wochenende eine Lösung finden. Dann wird das Bundesverfassungsgericht entscheiden, ob die Lösung verfassungsgemäß ist ...“

 

© Midia Nuri