Sommerloch

das Sommerloch ist auch nicht mehr, was es mal war. Finden Sie nicht auch?

Hier bitte – vergleichen Sie selbst: Früher wurden Fragen wie diese diskutiert: ob Mallorca 17. Bundesland werden soll, ob Gastwirte ohne deutsche Gerichte auf der Speisekarte zur Strafe eine Pizzasteuer zahlen sollen oder auch etwa, was die Kinderkommission des Bundesrates gegen Ü-Eier einzuwenden hat. Heute dagegen: allenfalls Dienstwagenklau in Spanien. Ansonsten: Steuersenkung oder -erhöhung oder die Frage, ob es bei der Rentengarantie bleiben soll. Zum Gähnen.

Dann eben Tiere. Die passen ja auch immer hübsch ins Sommerloch.

König der Sommertiere ist auch nach 15 Jahren noch Kaiman Sammy. Nach dem jungen Krokodil fahndeten damals Polizei, Krokodiljäger und der Besitzer medienwirksam an einem Dormagener Baggersee. Jeden Tag gab es Neues. Nach ein paar Wochen hatten die Zuschauer das Tierchen mit den bernsteinfarbenen Augen richtig liebgewonnen – heute ist das Reptil 1,80 Meter lang und lebt im Zoo. Nicht ganz so beliebt aber ebenfalls kurzweilig war vor Jahren Killer-Wels Kuno aus Mönchengladbach. Der sollte angeblich gern Dackel verschlingen. Damit war er – nun ja: menschlich – unten durch. Immerhin brachte sein Fall es bis in die US-Medien. Wirkte doch die Fangszene wie die aus dem Film „Der weiße Hai“.

Dieses Jahr dagegen: auch im Tierreich Flaute.

Zwei Schulmädchen wollen vor ein paar Tagen ein Krokodil in einem Badesee gesehen haben. Aber da war nichts. Wahrscheinlich eine Ratte oder ein Wels. Vielleicht bringt ja Nessie aus dem schottischen Loch Ness Erfrischung.

Das Monster wurde nämlich wieder gesichtet. Aus dem Weltall!

Vielleicht wird ja nun Nessie das Sommerloch-Biest 2009? Mit Fangszene womöglich? Es würde auch Zeit. Schließlich gibt das überdimensionale Reptil bereits seit 76 Jahren Rätsel auf. Ist es ein übriggebliebener Plesiosaurus? Ein Schlangenaal? Oder gar ein Elefant? Gibt es Nessie überhaupt? Und wenn ja, hat der Klimawandel sie womöglich schon wieder dahingerafft?

Jason Cooke will Nessie beim Internetsurfen entdeckt haben. „Ich konnte es nicht glauben“, erklärte er der britischen Zeitung „The Sun“, „es ist genau, wie die Beschreibungen von Nessie.“ Das Foto finden Sie übrigens immer noch online. Geben Sie einfach als Breitengrad 57°12’52.13″N bei Google Earth ein und als Längengrad 4°34’14.16″W.

Mit gutem Willen erkennen Sie vielleicht eine Kreatur unter der Wasseroberfläche…

Nessie-Forscher und Fans freut der Trubel. Adrian Shine, Forscher beim Loch Ness Project sagte der Zeitung: “Das ist wirklich faszinierend. Es bedarf weiterer Studien.“ Gary Campbell vom offiziellen Fanclub des Monsters sagt: „Ich bin betroffen. Es hat lange schon keine normalen Sichtungen mehr gegeben, die belegen, dass Nessie und ihre Familie noch leben und es ihnen gut geht.“ Noch ist der Sommer ja nicht vorbei. Ich wünsche Ihnen weiter eine gute Zeit, wo immer Sie sie verbringen.

aus: Newsletter Steuern und Bilanzierung bei BWRMed!a vom 30.08.2009, Archiv: http://www.bwr-media.de/newsletter/sub/archiv.html