Lotto

hätten Sie gedacht, dass Lotto die öffentliche Sicherheit gefährden kann? Ich auch nicht. Kann es aber, wie vor kurzem im ungarischen Städtchen Budaors.

Dort knackte die Besatzung einer 15-köpfigen Polizeieinheit den Jackpot. Der sechstgrößte Lottogewinn in der ungarischen Lottogeschichte. Schön für die Polizisten, schlecht für die Gemeinde. Denn das erste, was die 15 Officer mit ihrem Gewinn taten: Sie kündigten. Die Vertretung übernehmen nun Reserve-Einsatzkräfte, bis die Polizeichefs neue Vollzeitkräfte eingestellt haben.

Wer träumt nicht davon, sofort den Job an den Nagel zu hängen?

Oder wenigstens nur noch die Arbeit zu tun, die einem wirklich Freude macht. Das scheint auch nicht dumm zu sein. Sondern sehr gesund. Wer im Ruhestand einen Teilzeitjob ausübt, ist körperlich und geistig gesünder als Ruheständler, die ganz mit der Arbeit aufhören, ergab jedenfalls eine Studie von Psychologen der Universität in Maryland. Besonders, wenn sie in ihrem angestammten Berufsfeld weiterarbeiten. „Wenn Sie etwas tun das dem, was Sie in Ihrer Karriere vorher getan haben, ähnelt, fällt es Ihnen leichter, sich anzupassen“, begründet es Mitstudienautor Mo Wang.

Also setzen Sie beim nächsten Jackpot bloß auf die richtigen Zahlen.

Vermeiden Sie also am besten die Geburtsdaten Ihrer Lieben. Ihren Chancen beim Spiel täte das zwar keinen Abbruch. Die Wahrscheinlichkeit, gezogen zu werden, ist stets für jede Zahl exakt gleich hoch. Aber wenn Sie Geburtsdaten tippen, müssen Sie den Gewinn mit einer großen Zahl weiterer Gewinner teilen – wenn Sie dann schon das Glück haben, den Jackpot zu knacken. Meiden sollten Sie also schon mal die 19 und alle Zahlen unter 12.

Und malen Sie auch bloß keine hübschen Muster in die Kästchen.

Auf die Idee kommen leider auch sehr viele Lottospieler. Ebenso wie auf die, einfach 1, 2, 3, 4, 5 oder 2, 3, 4, 5 und 6 zu tippen. Lassen Sie sich die unglücklichen Spieler mit den 5 Richtigen in der Ziehung vom 10. April 1999 eine Lehre sein.

Unglücklich? Fünf Richtige – das wäre es ja.

Das dachten die anfangs sicher auch. Aber weil mehr als 38.000 von ihnen auf die Zahlen 2,3,4,5,6,26 gesetzt hatten, bekam jeder nur schlappe 379,90 Mark. Auch 11, 22, 33 und 44 sind keine gute Idee, wirklich. Haben schon sehr viele Menschen drauf gesetzt, seit am 9. Oktober 1955 die Lottozahlen erstmals gezogen wurden…

Wenn Sie auf die Statistikexperten hören wollen: Spielen Sie besser gar nicht Lotto. Im Schnitt gehen dabei 50 Prozent der Einsätze verloren. Beim Roulette sind es nur 2,7 Prozent. Mir hat mal ein Croupier des Wiesbadener Casinos bei einem beruflich veranlassten Besuch erklärt, Spieler sollten am besten auf eine Farbe setzen. Dann ist offenbar die Chance am größten. Und der Gewinn ist dann zwar mäßiger, wenn ich es richtig verstanden habe – aber dafür reicht Ihr Geld länger hin und Sie können insgesamt mehr Chancen mitnehmen. Insgesamt kommen Sie so am besten weg. Zugegeben: Um in Rente gehen zu können, wird das aber so schnell nicht reichen…

aus: Newsletter Steuern und Bilanzierung bei BWRMed!a vom 19.10.2009, Archiv: http://www.bwr-media.de/newsletter/sub/archiv.html