Bankerpate

mit Bankern kann man derzeit wirklich Mitleid haben…

Sie haben offenbar jede Menge Stress und Anfeindungen auszustehen. So versorgten sich nun mehrere Führungskräfte der US-Investmentbank Goldman Sachs mit Waffenscheinen, berichtete die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg. Aus Furcht vor Volksaufständen gegen horrende Boni… „Das letzte was sie wollen, ist, dass sie so vernünftig bezahlt werden, dass die Proleten kein Interesse daran haben, sie zu lynchen“. Klug sei der Griff zur Waffe aber keineswegs: Habe der Banker erst durchgeladen, sei der Bösewicht mit Fiffi unterm Arm über alle Berge.

Wenn das kein Schicksal ist…

Auch an der Wall Street ist es nicht weit her mit besinnlicher Weihnachtsstimmung. Dort sparen sie sich derzeit die Weihnachtsfeiern – vor allem Banken, die mit Staats-Stütze überleben, und das sind ja einige. Von der Feier von Morgan Stanley sieht das Wall Street nach dem „Nahtoderlebnis der Bank“ eine neue Hymne aufsteigen: den Song „You raise me up“ – Du richtest mich auf –, mit der Vizepräsident Lami Garber auf der Feier beim Talentwettbewerb antrat.

„Und der Haifisch, der hat Zähne“ wäre auch sicher weniger passend gewesen.

Vor ein paar Jahren noch trat Noch-CEO John Mack im Haifischkostüm mit der Ballade von Mackie Messer auf. Ob er damit heute als Straßensänger auch nur einen Vierteldollar verdienen würde?

Zumindest nicht, wenn ihn jemand erkennt, nehme ich an…

Für ihn und viele andere Prominente wider Willen dürfte da das neue Auktionshaus BillionaireXchange im Internet gerade recht kommen: eine Art ebay für Reiche. Zu den Kunden gehören neben Hochleistungssportlern und A-Klasse-Schauspielern fast ein Dutzend Milliardäre. Sie können nun finanzielle Durststrecken überbrücken, indem sie den Maybach aus der Garage verkaufen oder die vor Monte Carlo schaukelnde Yacht. Schlecht läuft das Angebot offenbar nicht. Waren im Wert von 180 Millionen Dollar kamen in der zehnmonatigen Testphase unter den virtuellen Hammer. Aufnahmebedingung für Kunden: Zwei Millionen Euro Nettovermögen.

Ob die schweizerischen Banker diese Hürde wohl nehmen können? Wer weiß. Falls nicht, wäre das aber nicht so schlimm. Schließlich hat sich da jemand eigens für sie eine Hilfsaktion einfallen lassen. Über die berichtet der junge Roger aus Bergen – angeblich Broker bei der schweizerischen Großbank UBS – auf allerfeinstem Schwyzerdütsch. Das Video aus dem Schweizerischen Fernsehen läuft gerade bei Youtube rauf und runter: Plötzlich hätten sie ihm den Porsche weggenommen, einen Bonus bekomme er auch nicht mehr. „Und ich muss zusammen mit fremden Leuten auf die Arbeit fahren“, klagt Roger. Statt Kaviar muss er sich nun mittags mit Sushi begnügen. „Wie gut, dass World Vision jemanden gefunden hat, der sich meiner Probleme annimmt…“, seufzt er am Ende. Und Pate Victor Giaccobo lächelt mutmachend in die Kamera.

aus: Newsletter Steuern und Bilanzierung bei BWRMed!a vom 21.12.2009, Archiv: http://www.bwr-media.de/newsletter/sub/archiv.html