Mittelerde

was Streiks und Proteste so bewirken können …

Nein, nicht dass Sie heute vielleicht erst mit Verspätung im Büro aufgeschlagen sind, weil die Bahngewerkschaften transnet und GDBA tatsächlich mit ihrer Drohung ernst gemacht haben, den Nahverkehr bundesweit lahmzulegen. Oder dass die französischen Autofahrer in den vergangenen Wochen zeitweise kein Benzin zu tanken bekamen.

Sondern dass womöglich bald ein neues Auenland her muss.

Das ist aber auch wieder nicht so wunderlich, wie es klingt. Sondern scheint nur der bislang einzige Erfolg zu sein, den der Streik der Gewerkschaften für eine bessere Vergütung der Arbeit am neuen Hobbit-Film für Schauspieler, Techniker und Komparsen in Neuseeland hat. Die Produktionsgesellschaft Warner Brothers droht damit, das 500 Millionen Dollar teure Prestigeprojekt einfach woanders abzuwickeln – dann suche man sich eben ein neues Auenland.

In Auckland protestieren sie seit Tagen dagegen. „Neuseeland ist Mittelerde“, „Bringt Bilbo nicht um“ und „Neuseeland liebt die Hobbits“, steht da auf den Schildern, die die Protestierenden hochhalten. Um das zu bekräftigen, haben sich ihre Kinder als Hobbits verkleidet, teils mit Pelzimitat auf den Füßen wie eine Fotostrecke bei Spiegel Online beweist.

Das Projekt ist wichtig für das Land. Deswegen wird sich am heutigen Dienstag sogar Premierminister John Key einschalten, um den Streit zwischen den Gewerkschaften und der Produktionsgesellschaft zu schlichten. Dem Land könnten insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar entgehen, schreibt die Onlineausgabe des Nachrichtenmagazins.

Wirklich gut stehen die Chancen aber wohl nicht.

Auf 50:50 schätze er die Chance, dass „Der Hobbit“ in seiner Heimat gedreht werde, erklärte der Ministerpräsident dem „New Zeeland Herald“. Sogar der aus Neuseeland stammende Regisseur Peter Jackson, dem die Gewerkschaften eine unterdurchschnittliche Bezahlung vorwerfen, hatte gedroht, den Film in Osteuropa zu drehen.

Ganz wie aus der Trilogie gewohnt, wird der Film „Der Hobbit“ aber ja sowieso nicht werden. Ähnlich wie bei der Episode-Trilogie geht es ja zurück in die Vergangenheit. Da ist Bilbo Beutlin jung und muss den Ring erst noch an sich nehmen. Gespielt wird er vom Briten Martin Freeman. Aber das hat ja auch seinen Reiz.

aus: Newsletter Steuern und Bilanzierung bei BWRMed!a vom 26.10.2010, Archiv: http://www.bwr-media.de/newsletter/sub/archiv.html