Editorial: erschienen im Newsletter Steuern und Bilanzierung von BWRMed!a am 25. März 2010

 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

jetzt weiß ich endlich, warum ich so friedfertig bin. Ich bin nicht blond.

Die schlagfertigen Antworten fallen mir deswegen immer erst nachher ein...

Damit haben Blondinen offenbar weniger Probleme. Zu dem Ergebnis kam eine Studie der University of California unter 156 Studentinnen. Frauen mit hellen Haaren erwiesen sich der Studie zufolge als selbstsicherer und aggressiver als brünette oder rothaarige Frauen.

Übrigens gilt das nicht nur für Frauen und auch nicht nur wegen der Haarfarbe, das sagt die Studie auch. Je größer das Gefühl ist, ein „besonderer Mensch“ zu sein, desto eher sind wir offenbar bereit, auch mit aggressivem Verhalten unsere Ziele zu erreichen, sagt die Studie. Und das Gefühl, ein besonderer Mensch zu sein, entstehe bei Männern eben durch körperliche Stärke – große, breitschultrige Kerle sind hier also im Vorteil – und bei Frauen durch gutes Aussehen. Schlenker zum Blondsein: Mit dem Aussehen punkte eine blonde Frau einfach leichter, so die Studienautoren. Sie werde für attraktiver gehalten und heimse mehr Aufmerksamkeit von Männern ein, als andere Frauen, erklärt Studienleiter Aaron Sell.

Jetzt wissen wir Kleinen und Dunkelhaarigen ja bescheid...

Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich hatte in meinem Leben bestimmt drei oder viermal mehr blonde beste Freundinnen als brünette. Mir kommt es auf die Haarfarbe nicht so an.

Ich bin ja auch kein Mann...

Falls Sie einer sind und nicht aussehen wie eine Kreuzung aus Brad Pitt und Schwarzenegger, trösten Sie sich: Wissen Sie eigentlich, wer die erste Ski-Weltmeisterschaft nur für Blondinen gewonnen hat? Ein männlicher Kenianer, Patrick Sang. Gut, auf dem Foto, auf dem ich ihn vorhin wedeln gesehen habe, sah er weißhäutig aus. Aber definitiv nicht blond. Und das durfte so sein. Bei dem Spaß-Turnier kam es nur auf die Farbe der Haarpracht zum Zeitpunkt des Abfahrtslaufs an – nicht darauf, ob sie echt, gefärbt oder mit Perücke vorgetäuscht war...

Dass Sang eine blonde Perücke trug, konnten sie wohl schon vor Beginn der Abfahrt in der letzten Reihe ganz am Ende des Hangs erkennen... Wahrscheinlich noch bei Nebel. Auf dem Gelände gab es übrigens auch Haarfärbestationen für Teilnehmer in Zeitnot. Zumindest die echten, aber vielleicht weniger hell-getönten Blondinen werden das Angebot sicher gern angenommen haben. Schließlich benötigen sie als Blondine länger zum Aufbrezeln, wie vor einiger Zeit eine andere Studie herausfand.

Womit Wissenschaftler sich so beschäftigen – manchmal fasse ich es ja auch nicht...

Erfrischend finde ich da, was ich vorhin über Dolly Parton im Netz gefunden habe: „das meiste Geld, die größten Erfolge, die blondesten Haare, die längsten Fingernägel, die opulenteste Oberweite“, schrieb Spiegel Online. „Nichts davon ist echt, aber alles kommt von Herzen“, sagte die Country-Sängerin da. 

 

 

© Midia Nuri