Editorial: erschienen im Newsletter Steuern und Bilanzierung von BWRMed!a am 1. Juli 2010

 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

Sonntagnachmittag auf der Wiesbadener Platte, einem der nächstgelegenen Taunushügel. Bei Fahrradfahrern, Spaziergängern und Familien als Naherholungsgebiet sehr beliebt. Proppenvoll. Doch wo nach Mittag die Autos noch bis runter zur Grillhütte gestanden haben und auf dem Spielplatz Rasen und Sandkasten vor Horden von Kindern nicht zu sehen waren, war plötzlich: nichts von alledem mehr.

Gähnende Leere. Kein Mensch mehr da. Bei strahlendem Sonnenschein wohlgemerkt.

Mein Mann: „Jetzt ist Anstoß.“ Ich: „Hm.“ Deutschland gegen England im Achtelfinale.

Auf der Picknickdecke neben uns ruhte unser Kleiner – der kleine Bruder, den unsere Tochter vor vier Monaten bekommen hat. Wenigstens ein paar Minuten seines vorhin erst angebrochenen Nachmittagsschläfchens wollen wir ihm schon gönnen. Dann geht es ihm besser. Und bessere Laune hat er dann auch.

Ich also zu meiner Tochter. Kleine Runde Frisbee. Dann aufs Boot, das Holzspielgerüst auf dem Spielplatz. Hoch zum Ausguck. Meine Tochter: „Da vorne ist Südafrika.“ Ich: „Und was gibt es da schönes?“ Meine Tochter: „Nicht nur Fußball. Auch Gras und Bäume.“ Ich: „Und Löwen und Giraffen.“ Sie: „Ja. Und Elefanten.“ Die mögen wir gern. Danach sind wir schaukeln gegangen.

Nach 20 Minuten war unser Kleiner endlich wach. Wir also schnell nach Hause. Halbzeitpause. 2 zu 1. Tööröööö.

Das beste wissen Sie ja schon längst: Das 3 zu 1 und das 4 zu 1 kamen dann auch ganz rasch hinterher. Sind wir also beim Gucken noch auf unsere Kosten gekommen ...

Danke, Jogis Jungs!

Und diesmal habe ich es auch genau gesehen: Thomas Müller war's, der Sohn des Busfahrers (siehe Newsletterausgabe vom 22.6.). Beide Male. „20 Jahre alt und vor anderthalb Jahren noch dritte Bundesliga“, sagte der Sprecher diesmal. Nicht schlecht, finden Sie nicht auch? Kann uns ja nur recht sein, wenn der junge Müller tatsächlich seinem Namen und seiner Nummer alle Ehre machen will. Denn Gerd Müller, der Nationalspieler, der vor ihm die Rückennummer 13 getragen hat, war mit 68 Toren in 62 Länderspielen noch immer der mit Abstand erfolgreichste deutsche Stürmer, wenn es stimmt, was die Onlineredaktion der Süddeutschen Zeitung schreibt.

Macht also fast nichts, dass wir die ersten zwei Tore verpasst haben. Und nicht vergessen: Drei Spiele haben sie ja noch. Glaube ich jedenfalls.

Auf die nächsten 12 Tore! Schland o Schland ... 

 

 

© Midia Nuri