Editorial: erschienen im Newsletter Steuern und Bilanzierung von BWRMed!a am 17. Juni 2010

 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

haben Sie und Ihre Schulkameraden sich damals auch gegenseitig erzählt, ein Stück Fleisch löse sich in einem Glas Cola binnen einer Stunde restlos auf?

Ich habe das dann mal mit einem Stück Hühnchen ausprobiert. Nach einer Stunde war es noch da. Ich habe damals angenommen, es hätte vielleicht daran gelegen, dass das Fleisch gut durchgebraten war. Ein rohes Stück hatte ich dann gerade nicht zur Hand und habe das Experiment dann vergessen.

Heute erzählen sich die Schulkinder anscheinend, Cola und Mentos zusammen bringe Kinder um. Angeblich soll ein zehnjähriger Brasilianer gestorben sein, nachdem er eine Flasche Diätcola getrunken und ein Mentos-Bonbon gegessen haben soll.

Gruselig, dachte ich da. Hoffentlich probiert das bloß kein Schulkind aus ...

Dem Schulkind würde allerdings wohl nicht mehr zustoßen, als meinem Stück Fleisch damals – es würde vielleicht ein wenig blass werden, sonst nichts. Denn die Geschichte ist offenbar nur noch so ein Cola-Mythos. Stand jedenfalls im Internet. Diverse Seiten erklären sich den Mythos mit den vielen Raketenexperimenten, die Menschen in aller Welt seit einiger Zeit mit Cola light und Mentos unternehmen. Was sprudelt wie Wasser in Salzsäure, ist sicher auch tödlich wie Salzsäure, denken offenbar ganz viele Menschen. Vielleicht erinnern Sie sich ja noch: Sie nehmen ein Mentos und lassen es schön langsam in eine Flasche Cola light plumpsen. Das gibt eine sehr hübsche Fontäne. Fast vier Meter hoch ...

Probieren Sie das nur bitte nicht in Ihrer Kaffeeküche – gibt Ärger mit der Putzkolonne ...

Natürlich können Sie sich das auch einfach im Internet angucken. Ganze Schulklassen stellen ihre Versuchsvideos online. Bis Sie alle Mentos-Coke-Videos bei Youtube durchgeguckt haben, ist wahrscheinlich Wochenende ...

Ein Video lohnt sich aber auf jeden Fall: das mit dem Mentos-Cola-Raketenauto.

Das haben zwei Wissenschaftler konstruiert. Die beiden Amerikaner haben sich vor einiger Zeit zur Produktionsfirma „Eepy Bird“ zusammengetan und filmen seither lustige Experimente ab, gleich mehrere zu Cola und Mentos. Von denen werden sie auch gesponsert. Klar, so viele Brausegetränke gehen sicher ins Geld ... Trotzdem lohnt sich das Anschauen. In dem Filmchen stellen die beiden Daniel Düsentriebs aus einem Fahrradwägelchen, 108 Flaschen Coke Zero, 648 Mentos-Bonbons sowie diversen Plastikrohren aus dem Baumarkt das Raketenauto her. Bei Eepybird.com steht über dem Video, man solle das nicht ohne professionelle Hilfe selbst ausprobieren.

Fragen Sie sich nun auch, unter welchem Stichwort man da wohl in den Gelben Seiten suchen müsste? Egal. In jedem Fall sollten Sie aber für das Raketenautoexperiment nicht nur die Kaffeeküche meiden, sondern unbedingt auch noch 70 Meter Platz in Fahrtrichtung lassen. So weit fuhr das Raketenauto (221 Fuß = 67,3608 Meter) nämlich ... 


© Midia Nuri